Energieträgerumstellung im Zuge der Modernisierung der Grundschule Neukirchen und Umbau zur Ganztagsschule - Projektförderung erneuerbare Energien in Schulen

Die Heizungsanlage des Schulgebäudes in Neukirchen bestand aus einem Wärmeverteilnetz als Schwerkraftanlage mit Pumpenunterstützung und einem Ölheizkessel (170 kW). Durch die Sanierung und Wärmedämmung der Außenfassade sank der Wärmebedarf des Gebäudes auf eine Heizleistung von 110 kW mit einem Pufferspeicher von 2.300 l.
Im Zuge der im Sommer 2006 durchgeführten Baumaßnahmen zur Modernisierung des Schulgebäudes erfolgte eine Umstellung der Heizungsanlage auf Holzpellets als Energieträger.

Außenansicht Schulgebäude
 Symbol der Europäischen Union

Die Kosten der Umstellung der Heizungsanlage wurden anteilig finanziert durch eine Zuwendung aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und aus den Landeshaushalt des Freistaates Sachsen nach der Förderrichtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft "Immissions- und Klimaschutz einschließlich der Nutzung erneuerbarer Energien" vom 16.02.2006.

  

Wald als Rohstofflieferant Wald

Bei der Holzverarbeitung anfallende Hobel und Sägespäne werden zu Holzpellets verarbeitet

HolzlagerplatzHolzspäne
Holzpellets Holzpellets sind normierte Presslinge aus naturbelassenen Restholz. In der Regel werden Hobel- und Sägespäne aus der holzverarbeitenden Industrie zu Holzpellets verarbeitet. Das unbehandelte und getrocknete Restholz wird ohne Zugabe von Bindemitteln unter hohem Druck verdichtet. Damit wird das Volumen der Holzstoffe erheblich reduziert; gleichzeitig steht ein homogener und normierter Brennstoff zur Verfügung.
   Transportfahrzeug

Holzpellets werden üblicherweise im Tankwagen zum Verbraucher geliefert. Der Lagerraum wird mit Hilfe eines Schlauches problemlos und staubfrei befüllt. Die Pellets können auf Wunsch auch als Sackware geliefert werden.

Befüllen des Pelletslagers

   

Der Pelletslagerraum

  1. Umfassungswand

  2. Verschalung - Lagertür mit Brandschutztür

  3. Füllstutzen zum Einblasen der Pellets und zum Absaugen der staubhaltigen Luft

  4. Prallmatte aus Gummi

  5. Schrägboden für vollständige Entleerung des Lagerraums

Schnittzeichnung Pelletslagerraum
Schnittzeichnung des Heizkessels

Schematischer Aufbau des vollautomatischen Heizkessels

  1. Kesselsteuerung

  2. Drehzahlgeregeltes Saugzuggebläse

  3. Wassergekühlter Rohrwärmetauscher

  4. Pelletsbrenner

  5. Großvolumiger Flammenausbrennraum

  6. Pelletsschleuse

  7. Aschebox

  8. zusätzliche Isoliertür

     

Ökologische Vorteile der Holzpelletsheizung

Pellets werden im Gegensatz zu fossilen Energieträgern als CO2-neutral bezeichnet. Bei der Verbrennung der Pellets wird die Menge an Kohlenstoffdioxid freigesetzt, die der Baum vorher beim Wachsen aufgenommen hat (geschlossener Kohlenstoffkreislauf).
Bei der Verbrennung von fossilen Energieträgern wird hingegen freigesetzt, welches seit Millionen von Jahren gespeichert ist. Dies führt zu einer Erhöhung des CO2-Gehalts in unserer Atmosphäre und ist maßgeblich für den Treibhauseffekt verantwortlich.

Rohstoffkreislauf

    

Schnitt Heizungsanlage Schnittzeichnung der Heizungsanlage

Bild Heizkessel

Technische Daten des eingesetzten Heizkessels
Nennleistung 110 kW
Kesselinhalt (Wasser) 300 l
Länge 1,57 m
Breite 0,82 m
Höhe 1,75 m
Kesselgewicht 1.000 kg
Zulässiger Betriebsdruck 3 bar
Zulässige Vorlauftemperatur 95 °C
Mindestrücklauftemperatur 55 °C
Abgastemperatur 190 °C

    

Fotos vom Einbau des Heizkessels und des Pelletslagers Bau des Lagerraums
Montage der Schrägwände Fertige Schrägwände
Einbau des Heizkessels Kontrollöffnung des Lagerraums

Für Interessenten besteht die Möglichkeit, die Heizungsanlage der Schule Neukirchen nach vorheriger Anmeldung und Terminabstimmung zu besichtigen. Terminabstimmung bitte über:

Gemeindeverwaltung Reinsberg
Kirchgasse 2
09629 Reinsberg
Telefon: +49 (0) 3 73 24 80 70
Telefax: +49 (0) 3 73 24 8 07 70
E-Mail: post@gemeinde-reinsberg.de

Planung der Baumaßnahme sowie Vorlagen zur Gestaltung dieser Dokumentation:
ERFURT-Ingenieurbüro, Freiberg
Logo ERFURT-Ingenieurbüro

     


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Reinsberg, 10/2006